Njusletr vom 17.10.2017

Themen/Termine:

18.10.2017  Treff: Česko-slovenský Štamtiš (Leipzig)
19.10.2017  Vernissage: Reformation in der Slowakei (Leipzig)
21.10.2017  Theater: Nationalstraße nach J. Rudiš + weitere Termine (Dresden)
24.10.2017 Vorlesung: Oskar-Halecky Vorlesung und GWZO Jahrestagung (Leipzig)
25.10.2017 Vernissage: Reformation in den Böhmischen Ländern (Dresden)
26.10.2017 Kultur: Eröffnung der Tschechisch-Deutschen Kulturtage
26.-27.10.2017Wirtschaft: Unternehmensreise nach Prag (Kreatives Sachsen)
27.10.2017 Lesung: AHOJ – Tschechischer Abend in der Stadtbibliothek (Leipzig)
30.10.-5.11.2017 Film: DOKfilm-Festival (Leipzig)
Bis 31.10.2017 Studium: GFPS-Stipendienprogramm
30.11.2017 Musik: Slowakischer Konzertabend „Eine winzige Träne“ (Dresden)
Ab 3.12.2017 Oper: Rusalka in der Oper Leipzig (Leipzig)

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Mittwoch, 18.10.2017, ab 18:00 Uhr
Treff: Česko-slovenský Štamtiš in Leipzig

Veranstaltung auf Facebook
Herzliche Einladung an alle Tschechen, Slowaken uns solche die es werden wollen :o)
Ort: griechisches Restaurant SAPPHO (Leipziger Innenstadtnähe)
Reichelstr. 1 / 04109 Leipzig

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Donnerstag, 19.10.2017, 18:15 Uhr
REFORMATION IM ÖSTLICHEN EUROPA – SLOWAKEI / OBERUNGARN
Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa


AUSSTELLUNGSDAUER:
16.-31.10.2017
VERANSTALTUNGSORT: Nikolaikirche Leipzig, Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig
ÖFFNUNGSZEITEN: zu den Kirchenöffnungszeiten
Mo – Sa 10:00 – 18:00 Uhr
So 10:00 – 16:00 Uhr
Eintritt frei
Veranstaltung auf Facebook

Die Reformation in der Folge des Thesenanschlags Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche 1517 bildet unbestritten einen der wichtigsten Einschnitte der europäischen Geschichte. Vor allem erfasste diese Entwicklung rasch alle Landstriche östlich Kursachsens, in denen deutsch gesprochen wurde, und strahlte von dort auf die Nachbarländer aus. Dieser Teil Europas war ausgesprochen empfänglich für die Ideen einer Erneuerung der Kirche und einer Intensivierung des Glaubens – Polen und Ungarn etwa wurden Länder großer konfessioneller Vielfalt, Böhmen war durch die hussitische Glaubensbewegung ein Jahrhundert vorher bereits reformatorisch eingestellt. Während sich die deutschen Länder bald am Glaubensbekenntnis des jeweiligen Landesherrn zu orientieren hatten, wurde Ostmitteleuropa für geraume Zeit zu einer von Glaubensdiversität geprägten Sphäre – und dadurch auch zum Ziel vieler Glaubensflüchtlinge aus Mittel- und Westeuropa. Das Deutsche Kulturforum östliches Europa möchte mit mehreren Wanderausstellungen dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland und in den heute betroffenen Ländern ins Bewusstsein rufen: Sieben Ausstellungsmodule wurden vorbereitet: eine Überblicksdarstellung sowie sechs Regionalmodule, von denen das Modul Oberungarn/Slowakei (dt./slow./ung.) in Leipzig in Kooperation mit dem Honorarkonsul der Slowakischen Republik für die Länder Sachsen und Thüringen gezeigt wird.

Informationen zur Ausstellung:
www.kulturforum.info/de/startseite-de/1006759-ausstellungen/reformationsausstellungen/slowakei-oberungarn

Nikolaikirche Leipzig: www.nikolaikirche.de

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Samstag, 21.10.2017, 19:30 Uhr
Theater: Nationalstraße nach dem Roman von J. Rudiš (Dresden)

Weitere Termine: 21.10., 10.11., 25.11.2017
Dauer der Aufführung: ca. 1 Stunde und 15 Minuten.
Keine Pause.
Mehr unter: www.staatsschauspiel-dresden.de/

Vandam ist der „Nationalheld von der Nationalstraße“, er hat damals ganz vorne gestanden im November 1989, er hat die Samtene Revolution aus­gelöst. Vandam interessiert sich für die Geschichte der Tschechischen Republik, für die EU und das Römische Reich, für die großen ausgefochtenen Schlachten. Er ist verliebt in Sylva und schlägt sich für sie mit den Falschen. Und er macht täglich zweihundert Liegestütze, um in seinem Job als Dachlackierer nicht unterzugehen und seinem Sohn ein Vorbild zu sein. Vandam glaubt, der letzte echte Tscheche zu sein, doch von seinem einstigen Ruhm sind nur die vom Großvater gebaute Plattenbausiedlung in der Prager Nordstadt, die Wohnung, von deren Balkon sein Vater sprang, und die viel zu oft erzählte Geschichte vom Beginn der Samtenen Revolution geblieben, von der sein Sohn nichts lernen will. Der tschechische Autor und Musiker Jaroslav Rudiš, der bereits durch seine Graphic Novels über Alois Nebel Aufmerksamkeit erregte, lässt in NATIONALSTRASSE Gegensätze und Weltsichten aufeinanderprallen. Man leidet mit Vandam und verachtet ihn für seine Blindheit, man hält ihn für einen dumpfen Schlägertypen und staunt über seine poetische Sprache. Politische Gewissheiten werden zur Mangelware und schnell gefasste Urteile stürzen wie Kartenhäuser zusammen, wann immer die Möglichkeit das stabile Weltbild gefährdet, dass doch alles ganz anders ist, als es auf den ersten Blick aussieht.

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23.- 24.10.2017
Oskar-Halecky Vorlesung  und GWZO Jahrestagung

24.10. 2017, 18:15 Uhr
Oskar-Halecky Vorlesung: Modellierung und Emotionalisierung. Nationale Geschichtsnarrative in osteuropäischen Populärmedien

Ort: GWZO, Specks Hof (Eingang A) Reichsstr. 4–6, Leipzig
Vortragender: Prof. Dr. Ulrich Schmid (Universität St. Gallen)
Programm der Jahresvorlesung 2017

Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Ulrich Schmid ist eine wichtige Stimme in den Debatten um die aktuelle Situation im östlichen Europa. Stationen seiner Laufbahn führten den studierten Slawisten, Germanisten und Politologen von Zürich, Heidelberg, Leningrad und Kiew nach Warschau, Krakau und Harvard. Er hatte Professuren in Basel, Bern und Bochum und ist seit 2007 Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an  der Universität St. Gallen, wo er seit 2011 ein internationales Forschungsprojekt zum Regionalismus in der Ukraine koordiniert. In seinen Studien reagiert er immer wieder auch auf brennende Fragen der Zeit, das gilt insbesondere für seine Publikationen: „De Profundis. Vom Scheitern der russischen Revolution“ (2017), „Technologien der Seele. Die Verfertigung von Wahrheit in der russischen Gegenwartskultur“ (2015), „UA – die Ukraine zwischen Ost und West“ (2015), „Schwert, Kreuz und Adler. Die Ästhetik des nationalistischen Diskurses in Polen (1926−1939)“ (2014). Er ist ständiger freier Mitarbeiter des Feuilletons der Neuen Zürcher Zeitung.

23.–24.10.2017 Jahrestagung
Ostfaktisch: Herstellung, Aneignung, Beugung – Geschichte(n) im Fokus von Politik, Wissenschaft und Kunst
Ort: GWZO, Specks Hof, Eingang A, 4. Etage, Konferenzraum
Veranstalter: projektübergreifend, Leitung Prof. Dr. Christian Lübke, Dr. Christine Gölz
Programm

Nach „Uses of the Past“ fragen die historischen Wissenschaften nicht erst seit gestern, und auch „Abuses of the Past“ stehen schon länger im wissenschaftlichen Fokus, wenn es um Geschichtspolitik, Repräsentations- und Diskurslogiken geht. Allerdings stellt sich die Frage, wie Geschichte gemacht und gebraucht wird, aktuell noch einmal neu. Denn immer häufiger begegnen wir Geschichtsbeugung, also einer vorsätzlich falschen Deutung von Geschichte – häufig bewusst instrumentalisiert und gesteuert von oben, von Seiten der politisch Verantwortlichen und der Regierungen in Ost und West. Dabei wird nicht zuletzt die kritische, wissenschaftliche Aufarbeitung historischen Geschehens und seiner Rahmenbedingungen in Frage gestellt.
Die Jahrestagung des GWZO, das sich der Vermittlung von Tiefenwissen über historische Ereignisse verpflichtet fühlt, wird sich daher mit Fallbeispielen beschäftigen, die das breite Spektrum der Interpretation von Geschichte in der Öffentlichkeit heute und im historischen Vergleich aufzeigen. Beleuchtet werden soll auch, welche Aufgaben und Möglichkeiten in diesen Prozessen den Wissenschaften und den Künsten zukommen.

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Mittwoch 25.10.2017, 18:00 Uhr
Vernissage „Reformation im östlichen Europa – Die böhmischen Länder“ / „Reformace ve východní Evropě – české země“

Ort: Kreuzkirche, Kreuzstraße 7 /01067 Dresden
Ausstellungsdauer:Mi. 25.10. – So. 12.11.2017
Trvání výstavy: St. 25.10. – Ne. 12.11.2017

Veranstaltung auf Facebook
Die Reformation in der Folge des sogenannten Thesenanschlags Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche 1517 stellt einen der wichtigsten Einschnitte in der europäischen Geschichte dar. Doch bereits hundert Jahre vor Luther kritisierte Jan Hus die katholische Kirche, wofür er 1415 auf dem Konstanzer Konzil verbrannt wurde. Dessen Lehren verbreiteten sich vor allem in Nord- und Westböhmen sowie in Teilen Mährens. Nach der Entstehung der Tschechoslowakei 1918 wurde die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder gegründet. Sie wirkte als Kooperationspartner an der Wanderausstellung des Kulturforums mit zehn reich bebilderten Bannern mit, die sich Themen wie „Hus und Luther“, „Die Böhmischen Brüder“, „Gegenreformation“, „Vom Toleranzpatent 1781 bis zur Republikgründung 1918“ sowie „20. Jahrhundert und heute“.
Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit freundlicher Unterstützung der Brücke/Most-Stiftung.

Reformace Martina Luthera roku 1517 představovala významný mezník evropských dějin. A přesto už 100 let před ním byla katolická církev kritizována Janem Husem, který byl za své názory na kostnickém koncilu upálen. Toto učení bylo rozšířeno především v severních a západních Čechách stejně jako částech Moravy. Po vzniku Československa 1918 byla založena evangelická církev Jednota bratrská.
Česko-německá výstava v podobě bohatě ilustrovaných bannerů se podrobně věnuje tématům spojených s dějinami reformace v českých zemích – od doby Jana Husa, husitů, evangelického hnutí v 16. století, Martina Luthera, protireformaci až po podobu protestantské církve v dnešní době.
Akce Německého kulturního centra východní Evropy s podporou Nadace Brücke/Most.

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26.10.-12.11.2017
Tschechisch-Deutsche Kulturtage zum 19. Mal
in Dresden, Ústí nad Labem und der Euroregion Elbe/Labe

In bewährter Dreiteilung von Prolog, Festivalkernzeit und Epilog werden 94 Veranstaltungen vom 23. September bis zum 26. November einen vielfältigen tschechisch-deutschen Kulturaustausch präsentieren. In diesem Jahr wird sich die Region Zlín mit zahlreichen Veranstaltungen vorstellen. Wir nehmen Sie mit über die Grenze zum Kulturbrunch nach Řehlovice oder auf eine geführte Wanderung von Dresden nach Nordböhmen. Zu den Höhepunkten gehören die Tschechischen Filmtage der Euroregion Elbe/Labe mit der Filmreihe »Tribut Jan Hřebejk« sowie Konzerte mit Stipendiaten der Brücke/ Most-Stiftung gemeinsam mit der Nordböhmischen Philharmonie Teplice.

Alle Infos und das Programm unter: http://tschechische-kulturtage.de/dresden/
Oder auch Facebook: www.facebook.com/TschechischDeutscheKulturtage/

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bis 27.10.2017
Unternehmensreise nach Prag

Veranstaltung auf Facebook
Vom 26. bis 27.10.2017 organisiert Kreatives Sachsen in Kooperation mit dem Innovationsforum eine Unternehmensreise nach Prag. Wir besuchen Designblok, Prague International Design Festival, schauen Prager Kreativen über die Schulter, Praktiker gewähren Einblicke in ihre Kooperationen mit anderen Branchen und beim Matchmaking im Goethe-Institut Prag kommen Sie ganz leicht ins Gespräch mit der Szene vor Ort.

An wen richtet sich die Unternehmensreise?
An sächsische Kultur- und Kreativschaffende, die gemeinsam mit KollegInnen die Prager Designszene kennen lernen und Kontakte knüpfen wollen.

PROGRAMM
Donnerstag, 26.10.2017
08.40 Uhr Treffen der TeilnehmerInnen am Hbf Dresden
09.08 Uhr Abfahrt Dresden Hbf
11.17 Uhr Ankunft Prag
13.00 Uhr Markteinführung und gemeinsames Mittagessen, Deutsche-Tschechische Industrie- und Handelskammermit Vortrag zur Prager Kreativszene von Olga Škochová , Creative Prague
16.00 Uhr Matchmaking Cultural and Creative Industries, in Kooperation mit dem Goethe-Institut Tschechien
Abendprogramm

Freitag, 27.10.2017
9.30 Uhr Besuch Impact Hub Prag
11.00 Uhr Besuch Dox Center for Contemporary Art Prag
13.00 Uhr Besuch der Designblok 2017 mit Führung zu ausgewählten Ausstellern
18.28 Abfahrt Bahnhof Prag hn.l.
20.45 Ankunft Dresden Hbf

Änderungen vorbehalten.
Teilnehmerbeitrag: 70 EUR inkl. Hin- und Rückfahrt, Übernachtung im Einzelzimmer, alle Eintritte und einzelne Mahlzeiten.
Bitte melden Sie sich über folgendes Formular an: https://goo.gl/forms/BX0wNR1ekuxf7i6q1
Die Unternehmensreise wird in Kooperation mit dem Branchenverband Wir Gestalten Dresden (Projekt PRIME) durchgeführt.

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Freitag, 27. Oktober 19:00 – 22:00
Ahoj – Tschechischer Abend
Vortrag mit Musik von Martin C. Putna, Diskussion mit Thomas Geiger und Eva Profousová

Im Rahmen des Leipziger Literarischen Herbstes
Veranstaltung auf Facebook
Eintritt: frei
Moderation: Martin Krafl
Veranstalter: Tschechisches Kulturministerium, Referat für internationale Zusammenarbeit, Leipziger Stadtbibliothek

Die deutsche Reformation beeinflusste auch die tschechische Kultur im musikalischen wie literarischen Bereich. Das Genre des geistlichen Liedes wurde zu einer der Domänen der äußeren Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Martin C. Putna, Literaturhistoriker und zugleich Sänger, veröffentlichte unter dem Titel „Písně pro Ježíše“ (Lieder für Jesus) ein Buch und eine CD zu tschechischen Abwandlungen von deutschen geistlichen Liedern, die er in seinem Vortrag vorstellt und live begleitet. Über zeitgenössische tschechische Literatur diskutieren der Literaturexperte Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin) und die in Hamburg lebende Übersetzerin Eva Profousová.

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30.10.-5.11.2017
Film: DOKfilm-Festival Leipzig – Tschechisches Programm
Leider werden keine slowakischen Filme gezeigt.

Kids DOK
Awaker
A | Filip Diviak | 9 min. – Jeden Morgen geht der Aufwecker seiner beschwerlichen Arbeit nach. Als er eines Tages keine Kraft mehr dafür hat, kommt sein Enkel auf die rettende Idee.
Originaltitel: Prebúdzač | Tschechische Republik | 2017 | Animationsfilm | ohne Dialog | ohne Dialog/Untertitel Untertitel
Dieser Film ist Teil der Vorstellung Anima für Kids ab 5.
03.11.2017 / 10:00 Passage Kinos Astoria
05.11.2017 / 11:00 Passage Kinos Astoria

The House
A | Veronika Zacharová | 5 min. – Das Haus ist empört: Da ziehen seine Bewohner doch einfach in eine moderne Hightech-Villa!
Originaltitel: Domek | Tschechische Republik | 2017 | Animationsfilm | ohne Dialog | ohne Dialog/Untertitel Untertitel
Dieser Film ist Teil der Vorstellung Anima für Kids ab 3.
01.11.2017 / 10:00 Passage Kinos Astoria
05.11.2017 / 11:00 Schaubühne Lindenfels

The Little One
AD | Diana Cam Van Nguyen | 10 min. – Als Kind ist Rong mit ihren Eltern aus Vietnam nach Prag gezogen. Nun ist sie erwachsen und erinnert sich an damals und wie es war, sich fremd zu fühlen.
Tschechische Republik | 2017 | Animadok | 10 Minuten | tschechisch, vietnamesisch | englische Untertitel | Deutsche Premiere
Dieser Film ist Teil der Vorstellung Mix für Kids ab 8.
02.11.2017 / 10:00 Passage Kinos Astoria
04.11.2017 / 11:00 Passage Kinos Astoria

Internationales Programm
A Marriage Story
D | Helena Třeštíková | 102 min. – Über drei Jahrzehnte beobachtet Helena Třeštíková die Ehe von Ivana und Václav, die scheinbar gewöhnlich verläuft. Bis man merkt, dass es „gewöhnlich“ nur für den ungenauen Blick geben kann.
Originaltitel: Strnadovi |Tschechische Republik | 2017 | Dokumentarfilm | 102 Minuten | tschechisch | englische Untertitel | Deutsche Premiere
31.10.2017 / 22:00 / 8,00 EUR / #283  Schaubühne Lindenfels
03.11.2017 / 19:30 / 8,00 EUR / #54 CineStar 8

Geschichten von der Ehe filmt die Pragerin Helena Třeštíková seit den frühen 1980er Jahren, mehrere Langzeitdokumentationen sind auf diese Weise entstanden. Ivana und Václavs ewiger Bund ist Beobachtungsgegenstand dieser Folge, die vom Tag vor der Hochzeit bis ins Heute reicht. Damals, im Dezember 1980, ist Ivana 21 Jahre alt und Václav 24. Beide studieren Architektur und heiraten, „weil wir uns mögen. Und andere Dinge. Dinge, über die man besser nicht spricht.“ Kurz nach der Hochzeit ist das erste Kind da: Honza.

Helena Třeštíkovás Film „René“ gewann 2008 in Leipzig die Goldene Taube, ein Stück über einen hoffnungslosen, aber einnehmenden Amoralisten, den es immer wieder an den gleichen Ort zog: ins Gefängnis. Offenbar ist auch Třeštíková angezogen von bestimmten Orten, vor allem aber von Menschen und der Art, wie sie ihr Leben in sinnvolle Richtungen zu entwickeln versuchen. In dieser „Marriage Story“ lässt sich beispielsweise ein unglaublicher Wunsch nach Vergrößerung und Wachstum ausmachen, der sich in einer Anhäufung von Gegenständen, Kindern und Verantwortlichkeiten zeigt – eines der inneren Motive des Ehepaares Strnad, das sich über 35 gemeinsame Jahre entklappt.
Carolin Weidner

Down to the Cellar | Nach der Angst
A | Jan Švankmajer | 15 min. – Im Keller wird ein kleines Mädchen mit seinen Ängsten konfrontiert. Denn dort treiben nicht nur die Nachbarn ihr Unwesen, sondern auch die Dinge. Originaltitel: Do pivnice | ČSSR | 1982 | Animationsfilm | 15 Minuten | ohne Dialog | ohne Dialog/Untertitel Untertitel
Dieser Film ist Teil der Vorstellung Nach der Angst 4.
04.11.2017 / 16:30 Passage Kinos Astoria
05.11.2017 / 13:00 Passage Kinos Astoria

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 Bis Dienstag, 31.10.2017
Studium: GFPG-Stipendienprogramm

Nicht genug vom Sommer? Dann verbring den nächsten in Tschechien! Bewirb Dich bis zum 31. Oktober um ein Studien- oder Praktikums-Stipendium der GFPS e.V. für das SoSe2018 in der Tschechischen Republik oder anderswo!

Mehr unter: www.gfps.org/stipendien/

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Donnerstag, 30.11.2017, 20:00 Uhr
Slowakischer Konzertabend „Eine winzige Träne“

Ort: Semper Zwei, Dresden
Dauer: Ca. 2 Stunden, eine Pause
Zusatzprogramm zur Wiederaufnahme von »Der Kaiser von Atlantis«
Musikalische Leitung: Johannes Wulff-Woesten

Gesang: Alexandra Bentz
Gebet und Gesang: Benjamin Maroko
Piano: Anna Kuperschmidt
Moderation und Rezitation: Simone Hofmann
 Das Projekt wird initiiert und gefördert von Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakischen Republik für das Bundesland Hessen.

Online: http://www.slowakische-kulturtage.de/eine_winzige_traene.html

»Maličká slzička« – »Eine winzige Träne« heißt ein Evergreen, den der slowakische Komponist und Pianist Karol Elbert während des Zweiten Weltkriegs schrieb. Nur wenig später wurde er als Jude verhaftet und nach Auschwitz deportiert, überlebte mehrere Konzentrationslager und wurde schließlich 1945 befreit. Nach seiner Freilassung kehrte er zur Musik zurück und konnte ein neues Leben beginnen – anders als zahlreiche Musiker, deren Lebensenergie im Bemühen um das Überleben verbraucht waren. Im Rahmen der Wiederaufnahme von Viktor Ullmanns »Der Kaiser von Atlantis« in Semper Zwei widmet sich der Abend schlaglichtartig slowakischen Künstlern, die in Dresden wirkten und die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Opfer der Verfolgung und zum Teil Ermordung durch die Nationalsozialisten wurden. In ihrer lange Zeit verstummten Musik fanden Grauen und Angst keinen Platz, vielmehr sprüht sie vor schwärmerischer Sehnsucht und Heiterkeit. So erklingen neben Kompositionen von Karol Elbert u.a. Werke von Josef Weiss, Arthur Chitz, Siegfried Sonnenschein und Richard Engländer, deren künstlerische Wege als Pianisten, Komponisten und Dirigenten auch an die Dresdner Staatstheater führten.

Durch das Programm leitet Musikwissenschaftlerin Dr. Agata Schindler, die für die Semperoper bereits den Theresienstädter Konzertabend konzipiert hat und deren Buch »Eine winzige Träne. Der verheerende Einfluss des Nationalsozialismus auf das Leben von Musikern in Mitteleuropa« (2016),  herausgegeben vom Musikzentrum (Hudobné centrum) in Bratislava, dem Abend zugrunde liegt.

Im zweiten Teil des Programms weitet sich der Blick auf internationale Komponisten an unterschiedlichsten Wirkungsstätten. Unter dem Titel »Ihre Heimat ist die Musik« führt eine Zeitreise in die Welt jüdischer Musik und Texte aus den 1920er Jahren bis heute, von Deutschland, Österreich und Osteuropa  über Amerika und Kanada bis nach Israel. In bekannten wie auch überraschenden Schlagern, Arien, Weltmusik und virtuosem Klavierspiel erinnert das Programm an die großen jüdischen Komponisten und Texter. Simone Hofmann berichtet dazu über das Leben und Wirken von Werner-Richard Heymann, Paul Aron, Chaim Towber, Leonard Cohen, Fritz Löhner-Beda, Robert Liebmann und vielen anderen. Lassen Sie sich von dieser fabelhaften Mischung aus Text und Musik mit auf eine Reise nehmen in eine Welt, die so zum Teil nicht mehr existiert, aber immer die Heimat dieser einzigartigen Künstler bleiben wird.

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Ab 3.12.2017
Rusalka von Antonín Dvorák
Lyrisches Märchen in drei Akten | Text von Jaroslav Kvapil

In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Ort/Karten/Kontakt: Oper Leipzig
Premiere: 03. Dez. 2017, Opernhaus
Aufführungen: 09. Dez. 2017 / 14. Dez. 2017 / 04. Mär. 2018 / 01. Jun. 2018 (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)
Online: https://www.oper-leipzig.de/de/programm/rusalka/68138
»Rusalka« ist ein Märchen für Erwachsene von der Sehnsucht nach einer anderen Welt. Dvořák und sein ­Librettist Kvapil ließen sich von slawischen ­Mythen, Märchenfiguren wie de la Motte Fouqués »Undine« und ­Andersens »Kleiner Seejungfrau« sowie der ­Melusinensage inspirieren. Die Geschichte wird aus der Sicht der Naturgeister erzählt, in deren Welt der Mensch rücksichtslos hereinbricht. Die Oper erlebte seit ihrer Uraufführung im Jahr 1901 einen weltweiten Erfolgszug und zählt heute zu den bekanntesten tschechischen Opern. Nicht nur im berühmten »Lied an den Mond« entführt Dvořáks Musik in faszinierende Klangwelten voll Magie und zerbrechlicher Schönheit.

Die Nixe Rusalka sehnt sich nach einer menschlichen Seele. Seit sie sich in einen Prinzen verliebt hat, den sie beim Baden im See beobachtete, kann sie an nichts anderes mehr denken. Der Wassermann warnt sie vor den Menschen. Trotzdem lässt Rusalka sich von der Hexe in eine Frau verwandeln. Doch es gibt strenge Bedingungen: Sie muss die Liebe des Prinzen gewinnen, sonst droht den beiden Böses. Zunächst gelingt es der verwandelten Nixe, das Herz des Prinzen zu verzaubern. Dann verliebt dieser sich jedoch in eine fremde Fürstin. Um in den See zurückkehren zu können, muss Rusalka nun Schreckliches tun.

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